1968
in Stuttgart geboren
1989
Studium an der Kunstakademie Münster
bei Paul Isenrath
1992-93
Stipendium der Cité Internationale des Arts/Paris
1996
Meisterschüler und Akademiebrief
1997
Preisträger des Melitta-Förderpreises für Bildende Kunst
2008
Preisträger des Stipendiums der Kulturstiftung Sparkasse Unna
Seit 2016 im Vorstand des Westdeutschen Künstlerbundes
Lebt und arbeitet seit 1994 in Dortmund
Zwischenräume, Übergangssituationen, räumliche und gedankliche Orte zwischen den Dingen, abseits des Definierten: Solche Orte können entstehen durch das Aufeinandertreffen, die Begegnung einander fremder Wesen, Dinge und Materialien.
Manchmal ist dies nur das flüchtige gegenseitige Berühren unterschiedlicher Welten. So, wie der Fremde einen ihm unbekannten Raum betritt, seine Lebenswelt sich für einen Moment mit der anderer Menschen überschneidet, sich kurzzeitig vermischt und danach vielleicht einen Hauch, eine Spur hinterlässt.
Manchmal sind es eher Verknüpfungen, wenn beispielsweise eine einfache Skizze oder ein Alltagsgegenstand im Zusammenhang mit einer Textzeile, einem Lied, einem Zitat, sich wandelt und ab da nicht mehr nur sie oder er selbst sein kann.
Oder es bestehen sogar engste Verbindungen - so, wie die Welt der Kleinsttiere untrennbar mit der unseren verbunden ist, zum Teil in größter gegenseitiger Abhängigkeit und eben doch kein Verstehen möglich ist.
Im Aufeinandertreffen der Dinge entstehen Überschneidungen, manchmal Verschmelzungen, Grenzen verschwimmen - und es bilden sich Räume, in denen schwer Benennbares und Noch-nicht-Gedachtes zu Hause sind.
Bislang Sichergeglaubtes, Sehgewohnheiten, gesellschaftliche Werte, gängige Assoziationen und Gegensätze verlieren ihre Stabilität, werden fraglich.
Intimität und Blöße, Geborgenheit und Bedrohlichkeit, Gut und Böse – sie verlieren ihre Eindeutigkeit, verschwimmen, fließen in einander; und es stellt sich die Frage, ob sie nicht vielleicht Eins sind - im Zwiespalt vereint, in der Fremdheit verbunden...
Mira Schumann, 2025